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AUDI TDI Tech Workshop in Kopenhagen

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Jul 28 2014

Als Enrico vom Social Media Team der Audi AG mit mir Kontakt aufnahm, ahnte ich noch nicht das sich wenig später ein absoluter Traum für mich erfüllen sollte. Als Resonanz auf meinen Beitrag zum Audi RS5 TDI concept lud er mich zum Audi TDI Workshop nach Kopenhagen ein.

Voller Vorfreude begab ich mich also am morgen des 25.07.2014 zum Flughafen Hamburg. Ganz im Sinne des Tages habe ich mir einen Sitzplatz direkt neben dem Triebwerk reserviert. Ein kurzer Blick aus dem Fenster und mal eben den Ölstand des Pratt & Whitney Aggregats checken. Passt!. Kurz darauf befördern uns die 2 x 2667 PS starken Turboprops eindrucksvoll in die Lüfte. Über der Ostsee wandelt sich das Wetter. Aus typisch norddeutschem Grau wird strahlender Sonnenschein. Von hier oben funkeln die kleinen Seen und Teiche Dänemarks wie Goldnuggets, und ich verspüre den drang sie sogleich einzusammeln.

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Gefühlte 5 Minuten später sind wir auch schon im Landeanflug auf Kopenhagens Lufthavn, wo die netten Damen von Audi uns freundlich in Empfang nehmen. Es folgt das Shuttle zum DieselHouse. Nach kurzem CheckIn betreten wir das Museumsgebäude.

Ein schwerer Ölgeruch liegt in der Luft. Sofort legt sich der Kopf in den Nacken und der Blick schweift über eines der größten Dieselaggregate der Welt. Ehrfürchtig verharre ich vor dem 12,5 Meter hohen und 24,5 Meter langen Monstrum und zolle den Ingenieuren meinen Respekt.

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Es wird zur Pressekonferenz gebeten. Herr Andreas Fröhlich, Leiter Konstruktion TDI Motoren der Audi AG informiert gemeinsam mit Kollegen über die Geschichte des TDI und stimmt uns auf die Neuentwicklungen im Dieselsegment ein. Plötzlich untermalt ein monotones Summen den spannenden Vortrag. Die Techniker haben die Vorbeöler des mächtigen 8 Zylinders zum Leben erweckt. Kurze Zeit später begeben wir uns in das 1.OG. Von dort aus wirkt der 1932 gebaute Selbstzünder noch gewaltiger.

Audi TDI Tech Workshop 007

Jetzt folgt eine kurze Einweisung durch den Techniker, dann erwachen 22.500 PS überwältigend zum Leben. Die Erde bebt.

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Immer noch gebannt von den jüngsten eindrücken begeben wir uns zu der 73 Km lange Überfahrt von Dänemark nach Schweden . Hierfür standen den Teilnehmern je nach Gusto verschiedene Audi Modellvarianten in unterschiedlichen TDI Leistungsstufen zur Auswahl. Auch der neue A7 3.0 TDI ultra (218 PS) und der A7 3.0 TDI competition (326 PS) warteten darauf, uns zu Begeistern.

Audi TDI Tech Workshop 011

Meine volle Aufmerksamkeit galt dem Audi A8 4.2 mit 385 PS. Dieser ist das leistungsstärkste Mitglied der TDI-Familie. Aber nicht nur der Drehmomentstarke Selbstzünder zauberte ein Lächeln auf meine Lippen. Auch das geschmackvolle und gut verarbeitete Interieur sucht seines gleichen. Edle Hölzer und feinstes Leder sorgten für behagliche Atmosphäre. Untermalt wurde der seelische Kurzurlaub vom brillanten Klang des Bang & Olufsen Soundsystems.

Audi TDI Tech Workshop 111

So führte uns die Route hinaus aus Kopenhagen, hinein in den 4 Km langen Drogdentunnel und bei strahlend blauem Himmel und 28° über die malerische Öresundbrücke nach Svedala zum Sturup Raceway.

Einen emotionaler Moment auf diesem Wege durchfuhr mich beim verlassen des Drogdentunnels, dessen Ende mit dem Anfang der Öresundbrücke verbunden ist. Nach 4 Km beklemmender Dunkelheit umgab mich schlagartig die strahlend blaue Ostsee. Untermalt wurde dieser atemberaubende Szenenwechsel absoluter Gegensätze von Israel Kamakawiwoʻoles Hit ” Somewhere over the Rainbow “. Es war einer dieser Momente wo du denkst und spürst : Danke, nun alles ist Perfekt! Noch jetzt lässt mich der Gedanke daran wohlig schaudern.

Audi TDI Tech Workshop 043

In Svedala angekommen, begaben wir uns nach einer kleinen Stärkung an die Rennstrecke, wo wir in die nun zu testenden Fahrzeuge ( A6 3.0 TDI 326 PS und RS5 TDI 385 PS ) eingewiesen wurden. Als Pacecar fungierte ein 560 PS starker RS6 Avant. Das diese Wahl nicht grundlos getroffen wurde, bestätigte sich später.

Um einen direkten Vergleich zwischen beiden Studien zu erhalten, wurde mit dem A6 concept begonnen. Im AAudi A6 arbeitet der neue 3.0 V6 TDI Monoturbo mit elektrischem Vorverdichter. Diese Komponente entlocken dem erstaunlich laufruhigen Aggregat 326 PS bei 650 Nm.

Mein persönliches Highlight sollte die darauf folgende Probefahrt mit dem RS 5 TDI werden. Auch hier arbeitet der neue 3.0 V6 mit Vorverdichter, jedoch als Biturbo mit 385 PS und 750 Nm Drehmoment.

Also besteige ich den A6 und folge dem Pacecar auf die Rennstrecke. Es folgt ein Sprintrennen gegen den 236 PS stärkeren RS 6, das ich nicht für mich entscheiden kann. Dennoch spricht der V6 sehr direkt und agil an. Kraftvoll beschleunigt er aus Kurvenfahrten heraus, ohne sich Bedenkzeit zu geben. Ein solches Fahrverhalten kannte ich sonst nur von großvolumigen Ottomotoren.

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Es steht der Fahrzeugwechsel an. Endlich bin ich meinem Element RS5!. Ich genieße den Augenblick, bevor ich das neue ZF-8 Gang-Doppelkupplungsgetriebe in Betriebsbereitschaft versetze. Nun folge ich wiederholt dem Pacecar auf die Piste. Abermals treten wir zum Sprintrennen an.

Es wird runtergezählt..3..2..1 Kickdown!. Ich traue meinen Augen kaum, als ich schnurstracks am RS6 vorbeiziehe. Erst nach knapp 100 Metern kann der große Bruder seine 2 Zylinder und 175 PS mehr ausspielen. Ich gebe weiter Gas und bleibe dran. Atemberaubend setzt das Kraftpaket jede noch so kleine Bewegung meines Fußes in Vortrieb um. Das Handling ist, wie ich es vom RS5 gewöhnt bin einzigartig , die Audi Ceramic Bremsen verzögern brillant. Turboloch?? noch nie gehört. Der RS5 TDI begeistert mit einer Dynamik die selbst dem Serientriebwerk 4.2 FSI V8 ein Schnippchen schlagen kann.

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Ich kann mir nur von Herzen Wünschen, das bei der nächsten Modellpflege des RS5 der 3.0 TDI V6 Biturbo eine Chance bekommt.

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Den restlich Nachmittag konnten die Teilnehmer für weitere Probefahrten oder den Besuch weiterer Workshops am Sturup Raceway nutzen. Herr Fröhlich stand mit seinem Team für Fragen und Fachgespräche rund um das Thema TDI zur Verfügung.

So endete dieser erlebnisreiche Tag mit der Rückfahrt zum Lufthavn Kopenhagen, wo schon eine alte bekannte für den Rückflug nach Hamburg bereitstand.

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Mit im Gepäck befindet sich die klare Erkenntnis, das der Diesel ganz im Sinne von ” Vorsprung durch Technik ” nun auch in sportlicher Variante von den Audi-Ingenieuren salonfähig gemacht wurde.

Gerne möchte ich mich bei der Audi AG, Enrico Hanisch, Herrn Stefan Fröhlich und allen Mitarbeitern für die unvergesslichen Erlebnisse, tollen Gespräche und den aufmerksamen Service bedanken!

Text: Bastian Ludwig Scheid

Fotos: Stefan Bischoff | www.addictedtolight.com

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