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Im Test | Priolite MBX500 HotSync

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Jul 31 2014

Nachdem sich vor ein paar Wochen auf meiner Suche nach einem leistungsstarken und mobilen Blitz der Profoto B1 sehr wacker geschlagen hatte, war nun der MBX 500 HotSync an der Reihe, die Kohlen für die junge deutsche Firma Priolite aus dem Feuer zu reißen.

Nachdem ich mit dem Geschäftsführer der Firma Priolite die Rahmenbedingungen des Test geklärt hatte, erreichte mich ein paar Tage später ein unscheinbarer Karton mit dem gewünschten MBX 500 HotSync, einer HotSync Fernbedienung und einem 7inch Reflektor, welcher ungefähr den Streuwinkel abdeckt, den ich mit meinen Jinbei-Porty für Autofotos benutze. So gab es bis auf das Fehlen einer Transporttasche keine großen Überraschungen beim Auspacken. Der MBX500 kommt in gewohnten Studioblitz-Abmessungen in einem sehr funktionalen, weiss/grünen Design daher. Erstes auffälliges Merkmal ist die Schiene am unteren Teil des Gehäuses, an welcher die Befestigung für das Lichtstativ horizontal verschoben werden kann…  Ziemlich cooles feature um den Schwerpunkt zu verlagern, wenn grössere und damit schwerere Softboxen zum Einsatz kommen. Diese werden durch einen Priolite spezifischen Anschluss befestigt, welcher ebenfalls zu Bowens S-Type und Hensel-Lichtformern kompatibel ist. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass der Erfinder der Blitze und Gründer der Firma Priolite zuvor Geschäftsführer der in Fachkreisen bekannten Marke Hensel gewesen ist.

Priolite MBX500 Hotsync 001

Die Rückseite des Gerätes wirft auf den ersten Blick ein paar Fragen auf, welche von Herrn Renschke aber schon im Vorfeld durch ein paar Tips zur richtigen Einstellung des Blitzes geklärt wurden. Einzig die Position des Ein/Aus-Schalters, welcher sich hinter einer Klappe am oberen Ende des herausnehmbaren Akkus befindet, sorgte bei der initialen Inbetriebnahme für Fragezeichen bei allen Anwesenden. Die noch verbliebenen Unklarheiten konnten durch ein kurzes Überfliegen des Manuals dann auch schnell geklärt werden. So verbirgt sich hinter der Taste FC eine Funktion, welche durch das Einstelllicht nach dem Blitzen anzeigt, ob der Blitz ausgelöst wurde oder nicht.

Priolite MBX500 Hotsync 002

Nun aber Schluss mit der Theorie und raus in die Praxis. Bei Anfänglich strahlendem Sonnenschein sollte der MBX 500 HotSync direkt beweisen können, was die Firma Priolite verspricht. Nämlich volle Leistung bei ultrakurzen Belichtungszeiten! So schoss ich erst einmal ein paar Testfotos…

Zum Vergleich: Bei Verkürzung der Belichtungszeit um eine Blende ändert sich nur das Umgebungslicht, während die Ausbeute des Blitzes gleich bleibt! Geil!

Exif: 1/2000, F5.6, Iso200

Priolite MBX500 Hotsync 014

Exif: 1/4000, F5.6, Iso200

Priolite MBX500 Hotsync 013

Der geneigte Leser könnte sich (und mich) jetzt fragen, warum so kurze Belichtungszeiten überhaupt notwendig sind, und ich nicht einfach Blende und Iso anpasse, um auf auch von anderen Blitzen erreichbare Synchronzeiten zu kommen?! Ganz einfach! Blende regelt!  Während ich die Blende ohne Kunstlicht problemlos verkleinern kann, gehen beim eingesetzten Blitzlicht pro Blendenstufe eben auch 50% des wertvollen Blitzlichts “verloren”. Gleiches gilt für eine Reduzierung des Iso-Wertes!

Die folgende Tabelle aus Belichtungszeit, Blende und Iso-Wert zeigt recht deutlich, wie viel bzw wenig Blitzleistung übrig bleibt, wenn man sich unter den gegebenen Bedingungen an die Blitzsynchronzeit üblicher Blitze herantastet. Wenn man dazu noch gern offenblendig fotografiert, kommen solche Umstände schon fast einem fotografischen Weltuntergang gleich! Ohne den Einsatz von HotSync bleibt dann nur noch der Einsatz eines Graufilters. Bei ein bis zwei Blendenstufen stellt das die meisten Kameras vor keine grösseren Probleme, aber sobald man das verfügbare Licht künstlich noch mehr verknappt, dürfte der bei Offenblende eh strapazierte AF der meisten Kameras nicht mehr als die Treffsicherheit eines blinden Bogenschützen an den Tag legen. Während ich mit dieser Lösung noch leben könnte vereitelt die längere Belichtungszeit zudem treffsicher jeden Versuch von Action- und Sportfotografen, bewegte Motive einzufrieren.

1/4000, F5.6, Iso200,  verbleibende Blitzleistung 100%  -> Mit Hotsync
1/2000, F8, Iso200,  
verbleibende Blitzleistung 50%
1/1000, F11, Iso200,
 verbleibende Blitzleistung 25%
1/500, F16, Iso200,  
verbleibende Blitzleistung 12,5%
1/250, F22, Iso200,  
verbleibende Blitzleistung 6%
1/125, F22, Iso100,  
verbleibende Blitzleistung -_- -> Ohne HotSync

Bis hierher also kein Tadel für den Priolite MBX 500 Hotsync. Diesen heimst sich der Anwärter erst durch die mitgelieferte Fernbedienung ein, denn während die LEDs für Einstelllicht, Gruppenzugehörigkeit und Blitz-ID super abzulesen sind, gerät das Ablesen der Leistungsanzeige bei Sonnenlicht zum frustrierenden Ratespiel. Abgesehen von diesem Manko verrichtet die recht klobige Fernbedienung Ihren Dienst auffällig unauffällig.

Priolite MBX500 Hotsync 010

Priolite MBX500 Hotsync 012

Wer den MBX500 HotSync in freier Wildbahn einsetzt, sollte auf jeden Fall auf ein Lichtstativ zurückgreifen, welches seinen Namen auch verdient, oder jemanden mitnehmen, der parat steht, um das schlimmste zu vermeiden, wenn doch mal ein Windstoß den nicht unbedingt leichtgewichtigen Priolite erfasst. Ich selbst habe das Test-Exemplar jedenfalls keine Minute allein gelassen.

Priolite MBX500 Hotsync 015 Priolite MBX500 Hotsync 016

 Fazit:

Für sport- und action-orientierte Fotografen, die im Freien abseits aller verfügbaren Stromquellen fotografieren und dabei die Position des Blitzes nicht großartig verändern, ist der Priolite MBX500 HotSync meiner Meinung nach erste Wahl. Wer wie ich ganze Szenerien ausleuchtet und dabei mit dem Blitz permanent in Bewegung ist, wird wahrscheinlich eher zum etwas leichteren und kompakteren B1 greifen und unter Umständen in den sauren Apfel mit der Graufilterlösung beißen müssen.

An dieser Stelle nochmal einen riesen Dank an Herrn Renschke / Priolite für die Bereitstellung der Hardware, den reibungslosen Ablauf  und den Hilfbereitschaft im Vorfeld! So stelle ich mir Service vor!

  1. Pixelmixer 

    Sehr geehrter Herr Steffan Bischoff,

    vielen Dank für diesen super Beitrag zu diesem Blitzgerät.
    Als ambitionierter Hobbyfotograf und leidenschaftlicher Mediengestalter, kommt man früher oder später mit seinem Systemblitz (SB 910) auch bald an seine Grenzen.

    Sie habe eine sehr sachliche und klare Art auf das wesentliche einzugehen und dabei auf den Punkt zu kommen, ohne den Leser zu über, bzw. – unterfordern.
    Wenn es Ihnen nicht allzu viele Umstände bereitet, könnten Sie Ihre Erfahrungen zum Thema „mobiles Blitzen“, mit unten glisteten Modellen beschreiben?
    Also die typischen Fragen und Spezifikationen, die erst unter realen Einsatzbedingungen vorkommen und vom Händler verschwiegen werden, – wie z. B.:

    Minimale / Maximale Lichtausbeute und deren Farbtreue / Ladedauer der Akkus / Lademöglichkeit(en) der Akkus / Einstelllichtgrenze / Schwerpunt bzw. Gewichtsverteilung mit diversen Lichtformern / Lichtformerkompatibilität / Haptik u. Bedienung / Formröhre und Austauschbarkeit / automatisches entladen ohne einen Blitz zu feuern und den Akku zu stressen / TTL bzw. ETTL Fähigkeiten / HSS 1/8000 / Transportmöglichkeiten (Taschen) / ETC.

    01. Profoto b1
    02. PRIOLITE MBX 500
    03. nflash HS 500 WS
    04. Jinbei II 600

    Mit Sicherheit erreichen Sie hiermit sehr viele Leser auf einml, zu einem wichtigem Thema.
    Vielen Dank im Voraus, gutes Licht und Grüße aus dem Süden Deutschlands

    Ihr
    Pixelmixer

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